Wir verwenden Cookies, um unsere Website für Sie optimal zu gestalten.

Zur Analyse nutzen wir den Webdienst Matomo. Ihre persönlichen Daten – darunter Ihre IP-Adresse – werden vor der Verarbeitung anonymisiert. Bitte stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Projekt-Info

Mitwirkende

Oliver Krause

Dauer

02/2020 – 01/2023

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kontakt

Dr. Oliver Krause
Tel. +49 341 600 55-196
o_krause@leibniz-ifl.de

 

Travelling imaginations – Rezeption, Adaption und Popularisierung der Heartland-Theorie Halford J. Mackinders

Das Projekt erforscht die internationale und interdisziplinäre Verbreitung der geopolitischen Heartland-Theorie des britischen Geographen Halford J. Mackinder in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Rezeption, Adaption und Verbreitung der Theorie werden als Prozesse der Popularisierung einer globalen Raumordnung analysiert.

Das Projekt analysiert die Heartland-Theorie des britischen Geographen Halford J. Mackinder als Beispiel einer raumbezogenen Imagination, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts über Fach- und Ländergrenzen hinweg wirksam wurde. Gegenstand der Theorie ist die Vorhersage einer globalen Raumordnung, in deren Zentrum die als „Heartland“ bezeichnete ressourcenreiche und schwer zugängliche nördliche Region des asiatischen Kontinents steht. Hinter der bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts einsetzenden Verkehrserschließung dieses Heartlands vermutete Mackinder den Aufstieg einer neuen Territorialmacht, die in seinen Augen eine Bedrohung für die auf Seemacht gestützte Hegemonie Großbritanniens darstellte. Seine als geopolitische Dystopie aufgefasste Theorie publizierte Mackinder bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in drei, international und interdisziplinär rezipierten, adaptierten und popularisierten Varianten (1904, 1919, 1943). Im Verlauf des Rezeptions- und Adaptionsprozesses verselbstständigte sich die von Mackinder imaginierte globale Raumordnung, indem die regionale Bindung aufgelöst und die Theorie von der Autorenschaft Mackinders entkoppelt wurde.

Ziel des Projekts ist es, am Beispiel der Heartland-Theorie herauszufinden, wie und warum (Geo-)Imaginationen globaler Raumordnungen einen Prozess der Entkopplung durchlaufen und zu einem Evidenz erzeugenden kollektiv nutzbaren Konzept werden können, das schließlich als erklärungsstarkes Passepartout auf andere Kontexte anwendbar ist. Dabei spielen, so die im Projekt vertretene Hypothese, vor allem Prozesse einer komplexen Übersetzung zwischen den Medien Text und Karte (Verbildlichungsprozesse) sowie die interdisziplinäre Rezeption (Geschichtswissenschaft) eine zentrale Rolle.

zurück