Wir verwenden Cookies, um unsere Website für Sie optimal zu gestalten.

Zur Analyse nutzen wir den Webdienst Matomo. Ihre persönlichen Daten – darunter Ihre IP-Adresse – werden vor der Verarbeitung anonymisiert. Bitte stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Projekt-Info

Mitwirkende

Wladimir Sgibnev, Lela Rekhviashvili, N.N., N.N., N.N.

Dauer

05/2020 – 04/2025

Förderung

Leibniz-Gemeinschaft

Kontakt

Dr. Wladimir Sgibnev
w_sgibnev(at)leibniz-ifl.de
Tel.: +49 341 600 55-161

Dr. Lela Rekhviashvili
l_rekhviashvili(at)leibniz-ifl.de
Tel.: +49 341 600 55-136

Contentious Mobilities: rethinking mobility transitions through a decolonial lens (CoMoDe)

Zum Erreichen der Nachhaltigkeits- und Klimaschutzziele müssen sich Formen und Kulturen der Mobilität von Menschen im Raum grundlegend wandeln. Erforderlich sind gesellschaftliche und technische Veränderungen und Innovationen, von der Elektromobilität über digitalisierte und vernetzte Mobilitätsoptionen bis zu Sharing-Konzepten bei Eigentum und Konsum von Fahrzeugen. Die ehrgeizigen Ziele werden jedoch kaum erreicht.

Das CoMoDe-Projekt führt das bisherige Scheitern auf technologische Fixierungen, Eurozentrismus und ein falsches Verständnis der Machtverhältnisse zurück. Es betont stattdessen den vielschichtigen Charakter der Mobilitätswende und die zugrunde liegenden Konflikterfahrungen in Prozessen der Modernisierung, Digitalisierung und Globalisierung. Die Untersuchungen konzentrieren sich daher auf die unbeabsichtigten Folgen und negative Effekte der Mobilitätstransformation, ihre komplexen Auswirkungen auf die Interaktion zwischen Zentren und Peripherien sowie deren alltägliche Aushandlung. Das Projekt nimmt bewusst eine dekoloniale Perspektive ein, um Abhängigkeiten, Ungleichheiten und Bedingungen der Kolonialität in Bezug auf Wissens- und Machtunterschiede aufzudecken.

Empirisch gesehen ist das Projekt an der postsowjetischen Peripherie angesiedelt. In der  von Krisen, Umwälzungen und vielschichtigen Bedingungen von Modernität und Kolonialität geprägten Region treten Mobilitätstransformationen besonders markant und konflikthaft zutage, was sowohl besonders aufschlussreiche Erkenntnisse als auch auf andere Regionen übertragbare Ergebnisse erwarten lässt. In Fallstudien widmet sich das Projekt drei inhaltlichen Schwerpunkten:

  • Arbeitskonflikte von Transportarbeitern: Auswirkungen auf Überlebensstrategien und Mobilitätsdienstleistungen angesichts neuer Technologien und Modernisierungspolitiken;
  • Regulierungen und Widerstände in neuen digitalen Mobilitätsdiensten: Kapitalflüsse und Machtkonstellationen in einem zentralen, aber wenig erforschten Bereich;
  • ÖPNV-Enthusiasten und -Aktivisten: Kreisläufe von Wissensproduktion, umstrittene Normen und Vorstellungen von Moderne.

Die vom CoMoDe-Team – bestehend aus Projektleitung, zwei Postdocs und zwei Promovierenden – durchgeführten Einzelstudien zielen darauf ab, dem postsowjetischen Raum zu größerer Aufmerksamkeit im akademischen Diskurs zu verhelfen. Zugleich soll mit der dekolonialen Herangehensweise eine neue Perspektive auf Paradigmen und Politiken von Mobilitätstransformationen entwickelt werden, die uns hilft, den kommenden Wandel besser zu begreifen und sozial nachhaltig zu gestalten.

zurück