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Projekt-Info

Mitwirkende

Marian Augustina Brainoo, Markus Sattler, Thilo Lang

Dauer

01/2020 – 12/2023

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kontakt

Dr. Thilo Lang
T_Lang(at)leibniz-ifl.de
Tel.: +49 341 600 55-159

Standortentscheidungen innovativer Technologieunternehmen für ungewöhnliche Orte in Zentralasien und Afrika

Teilprojekt im Sonderforschungsbereich "Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen" (SFB 1199)

Das Projekt untersucht aus wirtschaftsgeographischer Perspektive die Standortentscheidungen innovativer Technologieunternehmen vor dem Hintergrund imaginierter Raumordnungen von Zentren und Peripherien in der derzeitigen globalisierten Wirtschaft. Während im Vorläuferprojekt die raumbezogenen Praktiken international agierender und hoch innovativer Unternehmen in sog. peripheren Räumen Deutschlands im Mittelpunkt standen, geht es jetzt um die Frage, wie internationale Technologieunternehmen in wirtschaftlich weniger erfolgreichen Weltregionen agieren. Aufschluss über die Praktiken und Netzwerke solcher Unternehmen sollen Einzelfallstudien in verschiedenen Ländern Afrikas und der Zentralasien-Kaukasusregion liefern. Zentrales Thema ist die Auseinandersetzung der Akteure mit (imaginierten) Raumordnungen als Ausgangspunkt für Standortentscheidungen und Netzwerkbeziehungen im Innovationskontext. Ökonomische Akteure werden dabei nicht als primär rational, sondern als sozial handelnde und eingebettete Raumentrepreneure betrachtet.

Hintergrund:

Wissenschaftliche Untersuchungen zu den „Geographies of Innovation“ werden in den letzten Jahren zunehmend hinsichtlich ihrer Verortung im Globalen Norden, ihrer Fixierung auf Großstadtregionen (urban bias) und der Überbetonung der Bedeutung von Agglomerationsvorteilen kritisiert. Standorte außerhalb klassischer Industrienationen, Hochtechnologieregionen und international vernetzten Metropolräumen werden häufig über ihre Defizite im Vergleich zu besonders innovativen Regionen definiert, die als besonders kreativ, dynamisch und lebenswert gelten. Dies gilt sowohl für die regionale Ebene (Verknüpfung von Innovation und Agglomeration), die nationale Ebene (bestimmte wirtschaftsstarke Regionen, global cities) wie für die globale Ebene (weltweit führende Technologieregionen wie z. B. Silicon Valley). Die Wirtschaftsgeographie wie auch die Regionalökonomie haben solche Imaginationen bisher durch einen Fokus der Forschung auf „erfolgreiche“ Regionen und besonders förderliche Bedingungen von räumlicher Agglomeration unterstützt. Relationale Perspektiven, die ihren Ausgangspunkt an „ungewöhnlichen“ Orten nehmen, kommen dabei zu kurz.

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