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Pressekontakt

Dr. Peter Wittmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Tel.: +49 341 600 55-174
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Abgehängte Regionen? IfL-Studie untersucht lokale Demokratie in Klein- und Mittelstädten

Die Bereitschaft lokaler Entscheidungsträger zu partizipativen Prozessen und das Vorhandensein von Ressourcen sind entscheidende Voraussetzungen für eine Beteiligung der Stadtgesellschaft an der Stadtentwicklung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Leibniz-Instituts für Länderkunde im Auftrag des vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V. Im Mittelpunkt stehen kleinere und mittlere Städte abseits der Zentren mit ihren besonderen Chancen und Herausforderungen für die lokale Demokratie. Die lokalen und überörtlichen Akteure bewegen sich hier in fünf zentralen Spannungsfeldern, zu deren Auflösung die Autoren Handlungsempfehlungen geben.  

Die ungleiche Raumentwicklung und der vermeintliche Gegensatz zwischen überhitzten Ballungsräumen und abgehängten Regionen fanden in den vergangenen Jahren große Aufmerksamkeit in Politik und Medien. Vor diesem Hintergrund hat das Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) im Auftrag des vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V. Prozesse lokaler Demokratie in Klein- und Mittelstädten untersucht. Im Fokus der in Thüringen und Hessen durchgeführten Fallstudien standen die an Entscheidungsprozessen beteiligten Akteure und ihr Verständnis von Partizipation. Zudem haben die IfL-Forscher lokale Aushandlungs- und Beteiligungsprozesse analysiert und gefragt, wie sich die Abwärtsspirale aus Abwanderung, Abkopplung, Abhängigkeit und Stigmatisierung auf die lokale Demokratie auswirkt.

Zentrale Ergebnisse der Studie

Stadtentwicklung und lokale Governance hängen demnach gleichermaßen von strukturellen Rahmenbedingungen wie von den Akteuren vor Ort ab. Christian Höcke, Wissenschaftler am vhw und Projektleiter der Untersuchung: „Die Studie zeichnet ein vielschichtiges Bild der kommunalen Situationen und lässt erkennen, dass sich viele der lokalen Akteure für die Stärkung und Entwicklung ihrer Städte engagieren.“ Dabei bewegen sich die Akteure in Spannungsfeldern, die beeinflussen, wie lokale Demokratie mit Leben erfüllt wird.

Das Forscherteam konnte fünf zentrale Spannungsfelder identifizieren: das Verhältnis zwischen Stadtpolitik, Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft; das Spannungsfeld zwischen Engagementbedarf und Engagementrückzug; das Spannungsfeld zwischen Ansprüchen an Beteiligung und lokale Demokratie und den zur Verfügung stehenden Kapazitäten; das Verhältnis zwischen aktueller wettbewerblicher Fördermittelpolitik und dem Bedarf einer kontinuierlichen Finanzierung sowie der Handlungsbedarf für Kooperation bei gleichzeitig verteilten Zuständigkeiten auf unterschiedlichen Ebenen.

Originalpublikation / Download

Görmar, Franziska / Graffenberger, Martin / Haunstein, Stephan / Lang, Thilo (2020): Lokale Demokratie in Klein- und Mittelstädten unter den Bedingungen von Peripherisierung. Abschlussbericht im Auftrag des vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V. Berlin: vhw-Schriftenreihe Nr. 18. Download PDF

Weitere Informationen:

Franziska Görmar


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