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Pressekontakt

Dr. Peter Wittmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

presse(at)leibniz-ifl.de
Tel.: +49 341 600 55-174
Fax: +49 341 600 55-198

IfL-Karte zeigt Rückgang der Turteltaube

Die kleinsten Vertreter unter den Wildtaubenarten kehren in diesen Tagen aus ihren Winterquartieren in Afrika zurück. Aktuelle Deutschlandkarten des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) zeigen die Brutgebiete der Turteltaube und den dramatischen Rückgang der Bestände.

„Um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts war das markante Gurren der Turteltaube an jedem Dorfrand oder Flussufer zu hören. Doch seitdem sind die Bestände stark rückläufig. Man geht derzeit von einem bundesweiten Bestand von nur noch 12.500 bis 22.000 Brutpaaren aus. 2009 war er noch etwa doppelt so hoch.“ So beschreiben Christopher König, Bettina Gerlach, Sven Trautmann und Johannes Wahl vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) im Nationalatlas aktuell des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) die besorgniserregende Entwicklung. Anlässlich der unmittelbar bevorstehenden Brutzeit der Turteltaube haben die Ornithologen Wissenswertes über das Verhalten, die Verbreitung und vor allem die Gefährdung des in der Öffentlichkeit wenig bekannten „Vogels des Jahres 2020“ zusammengefasst.

Um die negative Bestandsentwicklung zu veranschaulichen, haben Kartografen am IfL ein kleingerastertes Netz über Deutschland gelegt und die Quadrate anhand von Beobachtungsdaten der Jahre 2005 bis 2009 und 2015 bis 2019 mit unterschiedlichen Farben gefüllt: Grün eingefärbte Rasterfelder bezeichnen Bereiche mit Brutvorkommen der Turteltaube in beiden Zeitintervallen; die Farbe Blau steht für Bereiche, in denen im Beobachtungszeitraum 2015 bis 2019 keine Brutvorkommen mehr festgestellt werden konnten. Auf der aktuellen Deutschlandkarte dominieren die blauen Quadrate insbesondere in den nördlichen Landesteilen sowie in Bayern. Hier ist die Turteltauben-Population zuletzt am stärksten zurückgegangen.

Als Ursache des Verschwindens haben Vogelkundler den Verlust geeigneter Lebensräume wie strukturreiche Wald- und Feldränder ausgemacht. Die Intensivierung der Landwirtschaft habe dazu geführt, dass Wildkräutersamen, die Hauptnahrungsquelle der Turteltaube, immer weniger werden und die Vögel in der ausgeräumten Landschaft kaum noch Nistplätze finden. Zudem ist die Jagd auf Turteltauben trotz ihrer weltweiten Gefährdung selbst in vielen Ländern Europas erlaubt. Experten schätzen, dass jedes Jahr 1,4 bis 2,2 Millionen Turteltauben zum Abschuss kommen.

Der vollständige Beitrag ist im Nationalatlas aktuell des IfL nachzulesen. Auf der Webseite veröffentlicht das Institut regelmäßig Kartenbeiträge zu Themen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Politik und Umwelt. Alle Karten, Diagramme und Fotos sind dort online verfügbar und stehen zusätzlich als PDF-Dokumente zum freien Download bereit. Auf Wunsch können die Materialien in Druckqualität zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Informationen

  • Karte: Die Verbreitung der Turteltaube 2015–2019 gegenüber 2005–2009
  • Karte: Die Verbreitung der Turteltaube: Brutbeobachtungen 2015–2019
  • Karte: Reviere/Brutpaare der Turteltaube 2005–2009
  • Grafik: Bestandsentwicklung der Turteltaube 1990–2017 (Deutschland)

http://aktuell.nationalatlas.de

Fachlicher Ansprechpartner

Christopher König
Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e.V.
Tel.: (0251) 210140-13
koenig(at)dda-web.de

Hintergrund

Der Beitrag über die Turteltaube ist aus einer Kooperation des Leibniz-Instituts für Länderkunde mit dem Dachverband Deutscher Avifaunisten und dem Leibniz-Institut für Wissensmedien hervorgegangen. Im Rahmen des Projekts „Artenvielfalt erleben“ entwickeln Forscher und Vogelkundler gemeinsam eine neue Generation interaktiver Online-Karten für das vom DDA betriebene Webportal ornitho.de. Das Vorhaben zielt darauf ab, noch mehr Menschen für die Erfassung der Artenvielfalt zu begeistern. Es ist eines von 13 Projekten zur Förderung bürgerwissenschaftlicher Vorhaben, für die das Bundesministerium für Bildung und Forschung insgesamt rund fünf Millionen Euro im Zeitraum 2018 bis 2021 zur Verfügung stellt.