Wir verwenden Cookies, um unsere Website für Sie optimal zu gestalten.

Zur Analyse nutzen wir den Webdienst Matomo. Ihre persönlichen Daten – darunter Ihre IP-Adresse – werden vor der Verarbeitung anonymisiert. Bitte stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Pressekontakt

Dr. Peter Wittmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

presse@leibniz-ifl.de
Tel.: +49 341 600 55-174
Fax: +49 341 600 55-198

Forschungsverbund zu Verräumlichungsprozessen unter Globalisierungsbedingungen geht in zweite Förderphase

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Länderkunde mit geographischen Fragestellungen beteiligt

Nach seiner erfolgreichen Evaluierung ist der DFG-Sonderforschungsbereich „Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen“ (SFB 1199) in die zweite Forschungsphase gestartet. Der SFB erforscht, wie politische, Wirtschafts- oder Rechtsräume gesellschaftlich verhandelt und geschaffen werden, um Prozessen der Globalisierung einen Rahmen zu geben. An dem interdisziplinären Forschungsverbund sind außer der Universität Leipzig das Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) und das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) beteiligt. Das IfL bringt in der zweiten Förderperiode des SFB von 2020 bis 2024 drei eigene Vorhaben ein:

Im Teilprojekt „Standortentscheidungen innovativer Technologieunternehmen für ungewöhnliche Orte in Zentralasien und Afrika“ untersuchen die IfL-Wissenschaftler raumbezogene Praktiken und Netzwerke internationaler Technologieunternehmen in ökonomisch weniger erfolgreichen Weltregionen. Durch Fallstudien wollen Projektleiter Dr. Thilo Lang und sein Team herausfinden, welche Rolle imaginierte Raumordnungen für die Standortentscheidungen und Netzwerkbeziehungen solcher Firmen spielen. In einem auf Deutschland fokussierten Vorläuferprojekt konnten sie zeigen, dass Raumkategorien wie „Zentrum“ oder „Peripherie“ die Standortentscheidungen innovativer Unternehmen weit weniger beeinflussen als bisher angenommen. Thilo Lang: „Wir sind gespannt, inwieweit sich unsere Erkenntnisse auf Regionen mit einer geringeren Wirtschaftsleistung übertragen lassen.“

Um Karten und Atlanten als Medien zur Imagination, Etablierung und Reproduktion von raumbezogenem Wissen unter Globalisierungsbedingungen geht es in einem anderen SFB-Teilprojekt des IfL. Durch die Analyse von Karten aus Russland bzw. der Sowjetunion und Deutschland aus der Zeit von 1918 bis heute wollen die Wissenschaftler um Prof. Dr. Sebastian Lentz und Dr. Jana Moser systemübergreifende Kontinuitäten wie auch Veränderungen über den Wandel von Gesellschaftssystemen hinweg aufdecken. Dazu nehmen sie kartografische Ausdrucksformen unter die Lupe und beschäftigen sich mit den Mechanismen, die bewirken, dass Karten wie kaum ein anderes Medium Raumvorstellungen und Raumbilder prägen können.

Ein drittes Teilprojekt des IfL im SFB 1199 basiert auf einer detaillierten Auswertung von wissenschaftlichen Zeitschriften der internationalen Geographie. Projektleiterin Prof. Dr. Ute Wardenga und ihr Team untersuchen, inwieweit die geografischen Raumsemantiken im 19. und 20. Jahrhundert zur Herausformung und Stabilisierung von Raumformaten wie auch zum Wandel von Raumordnungen beigetragen haben. Mithilfe selbst entwickelter Methoden wie auch von Anwendungen aus dem Bereich der digitalen Geisteswissenschaften wollen sie den übernational vorherrschenden Arten von Verräumlichungen wie auch deren regionsspezifischen Ausprägungen im zeitlichen Verlauf auf die Spur kommen.

Hintergrund

Sonderforschungsbereiche sind langfristige, auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen eines fächerübergreifenden Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Sie werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Der Sonderforschungsbereich  „Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen“ (SFB 1199) wurde Anfang 2016 eingerichtet. In dem interdisziplinären Vorhaben kooperieren Geografen, Historiker und Kulturwissenschaftler, Afrikanisten und Amerikanisten, Orientwissenschaftler und Sinologen sowie Anthropologen und Politikwissenschaftler. Sprecher des SFB ist Prof. Dr. Matthias Middell. Der Historiker
vertritt das Centre for Area Studies in der Fakultät Sozialwissenschaften und Philospophie der Universität Leipzig.

Weitere Informationen

zum Projekt "Standortentscheidungen innovativer Technologieunternehmen für ungewöhnliche Orte in Zentralasien und Afrika":

Dr. Thilo Lang
Tel. 0341 600 55-159
T_Lang@leibniz-ifl.de

zum Projekt "Karten und Atlanten als Vermittler und Produzenten von Raum(wissen) unter Globalisierungsbedingungen":

Dr. Jana Moser
Tel. 0341 600 55-133
J_Moser@leibniz-ifl.de

zum Projekt "Raumsemantiken der Geographie im 19. und 20. Jahrhundert":

Prof. Dr. Ute Wardenga
Tel. 0341 600 55-110
U_Wardenga@leibniz-ifl.de

zum Sonderforschungsbereich 1199: https://research.uni-leipzig.de/~sfb1199/