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Pressekontakt

Dr. Peter Wittmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Die Innovationskraft ist in Deutschland ungleich verteilt

Trotz zunehmender Digitalisierung sind Innovationen weiterhin in den großen Städten und deren unmittelbarer Umgebung konzentriert. Regionen fernab der Metropolen bleiben abgeschlagen. Eine Ursache sind Defizite bei der öffentlichen Bildungs- und Forschungsinfrastruktur in peripheren Räumen. Das zeigt eine aktuelle Studie unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Länderkunde.

Die Akteure in außerstädtischen Räumen sind nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler durchaus in überregionale Netzwerke eingebunden. Vor allem die öffentlich geförderten Kooperationsaktivitäten orientieren sich jedoch stark auf die Verdichtungsräume. Fernab der Ballungszentren verbreiten sich Wissen, Ideen, Erkenntnisse und Methoden in Deutschland dagegen nur in beschränktem Umfang. In den Großstadtregionen kooperieren die Akteure hauptsächlich untereinander und wenig mit Partnern außerhalb der Metropolen.

Diese Unterschiede sind bei den öffentlichen Forschungseinrichtungen deutlicher ausgeprägt als bei den Unternehmen. Die Wissenschaftler folgern daraus, dass periphere Räume hauptsächlich aufgrund ihrer schwach ausgeprägten öffentlichen Bildungs- und Forschungsinfrastruktur in der Innovationsleistung und im Wissenstransfer zurückfallen.

Um dieses Defizit auszugleichen, empfehlen die Forscher den Bildungsbereich mit Schwerpunkt auf dualen Ausbildungssystemen zu stärken sowie multilokale Netzwerke und Austauschmöglichkeiten mit innovativen Akteuren zu fördern. Ferner müssten die vor Ort vorhandenen Kompetenzen unterstützt und Hindernisse für den Wissensaustausch beseitigt werden. Dazu zählen beispielsweise Informationsdefizite hinsichtlich der Expertise von Forschungseinrichtungen oder mangelndes Interesse der Unternehmen, sich an Forschungsprojekten zu beteiligen.

Die Studie beruht auf Daten zum Innovations- und Kooperationsverhalten verschiedener Akteursgruppen in Deutschland. Der Fokus liegt auf vertraglich geregelten Formen der Zusammenarbeit und des Wissensaustauschs. Befragungen im thüringischen Kyffhäuserkreis und im Landkreis Donau-Ries in Bayern sollen Aufschluss über die eher informellen Transfermechanismen geben. Die Ergebnisse erscheinen demnächst als Teil zwei der Studie.

Hintergrund

Die Untersuchung ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundvorhabens „Horizonte erweitern – Perspektiven ändern“, das in vier Modellregionen Strategien zur Förderung des Transfers von Forschungsergebnissen in agglomerationsferne Räume entwickelt. Es nimmt ländliche Regionen als spezifische Innovationsräume in den Blick und erweitert damit den auf die Metropolen fixierten Diskurs.

Originalpublikation

Brachert, Mattias / Graffenberger, Martin / Lang, Thilo (2020): Innovation und Wissenstransfer außerhalb der Agglomerationsräume. Kontextfaktoren, Strukturen und räumliche Muster. (forum ifl 36), Leipzig, 147 S. ISBN 978-3-86082-109-1.

Freier Download unter: https://www.ssoar.info/ssoar/handle/document/68575

Wissenschaftlicher Ansprechpartner

Dr. Thilo Lang


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